06.08.08
Haltestelle Woodstock 2008 erneut Riesen-Party!
Umsonst und draußen, die "Haltestelle Woodstock 2008", das größte nichtkommerzielle Musikfestival in Europa unter freiem Himmel, ist Montag im polnischen Küstrin (Kostrzyn) zu Ende gegangen. Mehr als 200.000 meist junge Leute, aber auch ganze Familien, darunter wieder viele aus dem Oderland, ließen sich die 14. Veranstaltung dieser Art, die Fünfte am Standort Kostrzyn, nicht entgehen.

"Mehr als 40 Bands sorgten für beste Stimmung", informiert Malgorzata Ebert. Die 27jährige aus Szczecin (Stettin) arbeitet seit zwei Jahren ehrenamtlich mit im deutschen Unterstützerteam des Jugendzentrums FRIZZ in Seelow. Gemeinsam mit Jens Lawrenz, Marco Riemer, Petra Plümecke und vielen Jugendlichen kümmern sich Seelower um die Bandbewerbungen aus dem deutschsprachigen Raum, betreuen die Internetseite www.haltestelle-woodstock.de und die mehr als 100 Presseanfragen aus der gesamten Bundesrepublik, Österreich und der Schweiz. Einen Hauptact, die Band "Kreator", hatten die Seelower für den Woodstock-Auftritt gewonnen.

Auf der Haltestelle selbst boten die Leute vom FRIZZ in einem großen Zelt Informationen für die Besucher, Mitmachaktionen vom Plakatmalen, Holz- und Kunstworkshops und Gitarrenkurse. Auch werden Filmschnipsel von Comics bis hin zur Aufklärung über den Raubbau der Menschen an der Natur gezeigt. Das FRIZZ-Team hatte mit seinem Standort, auf einem Hügel, besten Blick über die tausenden Zelte direkt auf die 60 Meter breite Hauptbühne. Somit pilgerten auch wegen der wunderbaren Aussicht viele Gäste direkt zu uns, freuen sich die jungen Leute.


Claudia Fortunato von der Linksjugend solid Brandenburg war auch mit Freunden zum Festival gekommen. Die junge Studentin, im Oderbruch aufgewachsen, liebt neben dem Musikgenuss wie tausende Gäste "die tolle, friedliche Atmosphäre". "Wir nutzen aber die Veranstaltung auch, um über die Gefahren des Rechtsextremismus zu informieren. Vor den Kommunalwahlen in Brandenburg stößt unser Infostand bei vielen jungen Menschen auf reges Interesse" resümiert die Aktivistin.

Neben den 1. Olympischen Spielen der "Haltestelle Woodstock" gab es auch in diesem Jahr einen Staffellauf einer Sportlergruppe aus dem polnischen Knurow in der nähe von Wroclaw. Die Läufer tragen mit diesem Lauf die Idee der "Haltestelle Woodstock", Liebe-Freundschaft Musik / Stopp der Gewalt - Keine Drogen" quer durch Polen und gemeinsam mit deutschen Sportlern von Frankfurt (Oder) über Lebus entlang eines der schönsten Teilabschnitte der Laufstrecke entlang der Oder nach Kostrzyn. Frank Zohles (Neuhardenberg) und Dagmar Präger (Seelow) unterstützten organisatorisch gestern Abend die letzte Etappe des mehr als 500 Kilometer langen Staffellaufes und nahmen mit Manfred Schartow und Andreas Weber (Lebus), Cindy Härting (Lietzen) selbst aktiv daran teil. Ellen Otto, Leiterin des Schulverwaltungsamtes der Stadt Frankfurt (Oder) gab zuvor auf der Stadtbrücke in Frankfurt (Oder) nach der Begrüßung der Sportler den Startschuss für die letzte Etappe. Nach drei Stunden nahm Jurek Owsiak die Sportler auf der riesigen, 60 Meter breiten Hauptbühne unter tosendem Beifall der Massen in Empfang.

Das Festival ist ein großes Dankeschön an alle Helfer, die anderen Menschen, vor allem Kindern helfen und gespendet haben. Viele Aktionen zur Anschaffung medizinischen Geräts in Polen und in vielen Ländern der so genannten Dritten Welt , die besser Versorgung von Neugeborenen, Erste Hilfe-Kurse für Tausende Kinder in ganz Polen, aber auch in den vom Tsunami im Dezember 2004 zerstörten Regionen am Indischen Ozean werden durch die Warschauer Stiftung WOSP unterstützt.
Die Haltestelle soll an das legendäre Woodstock -Festival von 1969 in den USA erinnern. "Erfreut sind wir, dass die Zahlen der deutschen Besucher kontinuierlich steigt" freut sich Uwe Hädicke, der die Werbung für das Festival auf deutscher Seite ehrenamtlich mit unterstützt. Wie 2007 kamen auch in diesem Jahr nach Veranstalterangaben mehr als 30.000 Deutsche zum "polnischen Woodstock".


"Es war auch 2008 rappelvoll, die Stimmung war super", resümiert ein hoch zufriedener Jurek Owsiak, Cheforganisator von der Stiftung WOSP. Die Änderungen in der Programmgestaltung, mehr Vielfalt in den Musikrichtungen, das Thema "Indien und seine Kultur" sowie die nach wie vor einzigartige Stimmung sind Bestätigung für unseren Weg", so Owsiak. "Immer mehr Menschen lieben die "Haltestelle", das gibt uns Motivation und Kraft sowohl für die karitative Arbeit als auch für die Neuauflage im Jahr 2009".
Zufrieden zeigten sich auch die Hilfsorganisationen. Die Zahl der Hilfseinsätze des polnisch-deutschen Rettungsteams ging mit der leichten Abkühlung am Sonnabend deutlich zurück. Sven Oberländer von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Frankfurt (Oder), die auch in diesem Jahr mit mehr als zwei Dutzend Ehrenamtlichen ebenso wie die Feuerwehren der Region und Berlin und Landes- sowie Bundespolizei die Veranstaltung unterstützen, lobt das professionelle und unkomplizierte Miteinander der Hilfsorganisationen und Behörden. Die Polizei informierte, dass deutsche und polnische Beamte gemeinsam Streife gingen.
Der Eintritt zum Fest, das unter dem Motto "Stopp der Gewalt! Stopp den Drogen! - Liebe, Freundschaft und Musik" stand, war erneut frei.
 
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