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Märkische Oderzeitung - 11. Januar 2005

Als Dankeschön gibt's ein Konzert der "Toten Hosen"
Von Uwe Hädicke

Kostrzyn (uh) Am Sonntag fand in ganz Polen die größte, nichtstaatliche caritative Sammelaktion statt. Polen stand im Zeichen der Herzen. Sogar die Grenzer am Übergang Kostrzyn hatten ihre Uniformen mit dem Logo der Aktion, dem Herz, geschmückt. Allein in Kostrzyn wurden 52 000 Zloty (etwa 13 000 Euro) an einem Tag gesammelt. Beteiligt waren auch Akteure aus Märkisch-Oderland, vor allem aus dem Seelower Raum.

Begonnen hatte alles im Januar 1993. Es wurde Geld für medizinische Geräte des Herzzentrums der Kinderklinik Warschau gesammelt. Eigentlich als einmaliges Event geplant, konnte mit dem Riesen-Erfolg dieser Veranstaltung allen Kinder-Herzchirurgien in Polen mit Spenden geholfen werden.

Damit nahmen die Idee und das Engagement mittlerweile hunderttausender Helfer ihren Lauf durch ganz Polen. Mittlerweile haben die Organisatoren um Jurek Owsiak eine Stiftung gegründet (Wielka Orkiestra Swiatecznej Pomocy), die jeweils zu Jahresbeginn zum Spenden sammeln aufruft, mit denen dann medizinische Geräte finanziert werden können. Der Zuspruch ist riesig innerhalb der polnischen Gesellschaft. Fragt man in Polen die Leute, ist Initiator Jurek Owsiak nach dem Papst der beliebteste Pole. Bis heute sammelte WOSP knapp 50 Millionen US-Dollar. Unabhängige Rechnungsprüfer wachen und garantieren die zweckbestimmte Mittelverwendung.

Auf der Deutsch-Polnischen Jugendmesse YOUNG LIFE 2004 konnte sich die Region ein Bild von Jurek machen. Er riss auch viele Oderländer mit, so dass man am Rande der jüngsten Aktion in Kostrzyn auch MOL-Pkw am Festplatz erblickte. Via Satellit grüßte Owsiak die Kostrzyner und dankte auch für das diesjährige Engagement. Den ganzen Tag gab es Aktionen, die auch Organisationen und Vereine der Region mitgestalteten. Die Feuerwehr aus Seelow mit Kameraden aus Manschnow demonstrierten im Zusammenwirken mit der Polizeiwache Seelow eine Rettungskette. Hier wurden die Abläufe und Erste Hilfe-Maßnahmen nach einem Unfall vorgeführt. Auch die Verkehrswacht Seelow gestaltete diesen Tag mit.

Ryszard Skalba und Zdzislaw Garczarek (Stadtverwaltung Kostrzyn) freuten sich über diese grenzüberschreitenden Initiativen. Viel Beifall ernteten die Oderländer Gymnasiasten um Friedrich Finkenwirth von Flash-Becks. Mit ihrem musikalischen Auftritt heizten sie ebenso wie die Berliner Band Pani Luda bei recht kühlen Abendtemperaturen hunderten Besuchern musikalisch kräftig ein. Bei Versteigerungen, Musik und Tanz waren alle ganz stolz, als um 20 Uhr das Endergebnis verkündet wurde: Allein in Kostrzyn kamen 52.000 Zloty (40.000 Zloty im Vorjahr) zusammen. Daran hatte auch die Kindervereinigung Seelow einen kleinen Anteil. Sie bastelte mit den Kindern Anstecker, die dann für den guten Zweck verkauft wurden.

Jährlicher Abschluss der landesweiten Aktion ist das Woodstock. 2004 hatte sich Kostrzyn als toller Gatsgaber für das Musik-Spektakel erwiesen. Zur Belohnung gibt es am 5. und 6. August 2005 auf Europas größtem "umsonst und draußen" Open-Air-Festival wieder viel Musik. Und dass dann noch viel mehr Leute aus Deutschland aufs Festivalgelände am Stadtrand von Kostrzyn pilgern werden, sind sich die Organisatoren schon heute sicher.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass auch die "Toten Hosen" mit ihrem Auftritt im Nachbarland die Idee von Jurek Owsiak unterstützen und allen Spendern danken wollen. Hierfür verzichten sie wie alle anderen Künstler und Organisatoren auf ihre Gage!

Dienstag, 11. Januar 2005 (18:09)
Quelle : Märkische Oderzeitung

 

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