Märkische Oderzeitung - 16. Juli 2006
Haltestelle Woodstock ruft!
Kostrzyn/Seelow (MOZ) Nur noch ein paar Tage, dann ist es wieder soweit: Die "Haltestelle Woodstock" steigt in Kostrzyn. Das Seelower FRIZZ unterstützt auf deutscher Seite die Vorbereitungen des größten Openair-Rockfestivals Europas, bei dem vom 28. zum 29. Juli wieder zahlreiche Band auf der Bühne stehen und einmal mehr mit Hunderttausenden gerechnet wird, die sie hören wollen. Der Eintritt ist frei.
Dieses Festival ist eine logistische Herausforderung. Auf der sonst brach liegenden Fläche hinter dem Grenzübergang muss für alles gesorgt werden, was ein Festival dieser Größenordnung braucht: Wasser, Strom, Toiletten, so etwas wie eine Zeltplatz-Ordnung mit Wegen zwischen den Camp-Arealen und, und, und. Vor allem natürlich die Bühne, auf der es heiß hergehen wird. Die befindet sich bereits im Aufbau. Und der heiße Tanz vor dem Festival hat auch längst begonnen. Jurek Owsiak, der Chef der das Festival ausrichtenden WOSP-Stiftung, schwitzt längst über all den Mails und Ratschlägen, welche Bands sich die Fans wünschen: bekannte und unbekanntere.
Owsiak bittet die Woodstock-Fans, darum, die Stiftung bei der Band-Auswahl nicht zu bedrängen: "Es werden nur Bands spielen, die eine CD vorgelegt haben, die wir uns vorher anhören konnten und von deren Qualität wir überzeugt sind." Das muss sein, meint er. "Denkt bitte daran, dass wir den Stil von Haltestelle Woodstock erhalten wollen: Die Leute kommen zum Festival, weil sie kommen wollen. Und die Band sind das, was dem Treffen seinen Charakter gibt." Ein paar Fans gibt es sogar, die ahnen, wie viele Leute diesmal kommen werden. Seit Tagen haben sie im Zelt Quartier auf dem Woodstock-Gelände bezogen. "Lukas und Peter sind zur Haltestelle Woodstock aus Nowe Miasto gekommen. Beide haben schon den besten Platz für ihr Zelt und natürlich für die Zelte ihrer Freunde gefunden" erzählt einer der Koordinatoren des Programms "Retten und Retten lernen". "Beide sagen, dass sie die Konzerte und die unglaubliche Stimmung des Festivals kaum noch erwarten können. Ihr Zelt steht genau gegenüber der Bühne, die von Tag zu Tag immer größer wird."
Doch damit nicht genug: Zum ersten Mal wird es beim Haltestelle-Woodstock-Festival eine deutsch-polnische Jugend-Info-Meile geben. Vereine und Initiativen können sich dort vorstellen, Infostände aufbauen oder Aktionen anbieten. Wer dabei mitmachen will, der sollte sich schnellstens beim FRIZZ in Seelow melden. Dort wird die Anmeldung weitergereicht und kurzfristig darüber entschieden. Die Info-Stände müssen am 28. Juli bis 12 Uhr stehen und können frühestens am 29. Juli ab 21 Uhr abgebaut werden. Standbetreuer, die eine Mütze Schlaf brauchen, können direkt an der Infomeile zelten. Empfohlen wird aber, auf den Zeltplatz Zechin auszuweichen.
Neu auf der Haltestelle Woodstpck wird auch ein Dorf der schönen Künste sein - ein Kunst-Projekt, das die Veranstalter mit Freunden vorbereiten, die sich mit den verschiedensten Arten der Kunst beschäftigen. Aufgebaut wird es dort, wo sonst das Hare-Krisna-Dorf stand. Ab 25. Juli werden dort täglich Theater-, bildende Kunst-, Musik- und Filmworkshops angeboten.
Wers noch genauer wissen will oder Fragen hat: www.haltestelle-woodstock.de oder FRIZZ Seelow, Tel: 03346/84 30 11 oder 03346/84 33 33, E-Mail: info@haltestelle-woodstock.de
Regeln
Beim Haltestelle-Woodstock-Festival gibt es Regeln, die für alle Besucher gelten.
l Drogen sind absolut tabu. Auch für den Eigenbedarf wird keine Ausnahme gemacht. Vor allem Gäste, die nicht aus Polen kommen, werden darauf aufmerksam gemacht, dass das Festival unter dem Motto "Keine Drogen und keine Gewalt" steht und in Polen jeglicher Besitz von Drogen zu hohen Geld- und Gefängnisstrafen führt.
l Alkohol ist tabu. Zumindest sollte man keinen mitbringen, genauso wenig wie Glasflaschen. Die Organisatoren haben entschieden, vor Ort nur Bier in Plastikbechern auszuschenken - sofern das Trinken keine üblen Nebenwirkungen hat.
l Gegenstände, die anderen gefährlich werden können, oder gar Waffen gehören ebenfalls nicht aufs Festivalgelände.
l Offenes Feuer jeder Art ist verboten - nicht mal gegrillt werden darf. Alles, um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten.
l Bis Mittwochabend besteht die Möglichkeit, mit dem Auto direkt auf dem Festivalgelände (Zeltplatz) zu parken, unter dem Vorbehalt, dass das Auto bis zum Festival-Ende (Sonntag Morgen) stehen bleibt und nicht gefahren wird. Während des Festivals ist die Benutzung von Autos und Motorrädern streng verboten.
l Über alle Regeln wachen Ordnungskräfte. Wer sich nicht an Regeln oder Anweisungen hält, fliegt unerbittlich vom Festivalgelände.
Service-Infos
l Ab Mittwoch, den 26. Juli, wird mit der Anreise der Fans gerechnet. Wer beim Kunstworkshop mitmachen möchte, kann schon ab Montag, den 25. Juli, anreisen.
l Für alle, die mit der Bahn kommen: Direkt auf dem Festivalgelände gibt es Ticketschalter und Auskunft.
l Campen ist kostenlos! Auf die Besucher wartet ein Campingplatz, der sich über ein paar Dutzend Hektar erstreckt. Ab Donnerstag, den 27, Juli, wird auf dem Zeltplatz die komplette Infrastruktur (Beleuchtung, Wasserversorgung, Kommunaldienst, Gastronomie und Einkaufzentrum) funktionieren.
l Während des Festivals kümmern sich drei Feldkrankenhäuser Tag und Nacht um den Zustand der Besucher. Aus Deutschland wird das DRK und DLRG vor Ort sein.
l Auf dem Gelände befindet sich ein Infopunkt, der 24 Stunden am Tag geöffnet hat. Infos für deutsche Besucher gibt es im Zelt vom FRIZZ & OBOA, hier helfen auch Dolmetscher.
l Außerdem gibt es ein Internetcafé mit zehn Plätzen, Geldautomaten und im Grunde alles, was man braucht.
(Silke Müller)
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